Jagdschein machen


Jagen liegt voll im Trend: Alleine 2018 kamen in Deutschland  doppelt so viele Jungjäger hinzu wie noch zehn Jahre zuvor.  Gründe gibt es viele: Jagen ist nachhaltig und dient in unserer schnelllebigen Zeit für viele Jäger als entschleunigender, naturverbundener Gegenpol zum hektischen Alltag.  Bevor man sich allerdings das erste mal auf Jagd begeben kann, stellt sich als erste Hürde die Jägerprüfung und damit die Frage, wie man den Jagdschein am besten machen kann.
In diesem Artikel fassen wir die wichtigsten Punkte zum Thema Jagdschein zusammen:

Was kostet der Jagdschein ungefähr?

Ein Vorbereitungskurs zum Jagdschein kostet etwa 1500 -3000 Euro, je nach Ausbildungsstätte und Kursmodell. Schulen, die kurze Intensivkurse anbieten sind meistens etwas teurer als traditionelle Abendkurse, die sich über mehrere Monate erstrecken.

Welche Wege zum Jagdschein gibt es?

Wenngleich nicht in allen Bundesländern Pflicht, empfiehlt sich zur Vorbereitung auf die Jägerprüfung ein Kurs an einer Jagdschule oder bei einer Kreisjägerschaft. Die meisten Schulen bieten verschiedene Kurse an,  z.B. sogenannte Kompaktkurse, welche ca. 3-4 zusammenhängende Wochen dauern, oder Wochenendkurse, bei welchen der Unterricht  über die Wochenenden von ungefähr drei Monaten angesetzt ist. Traditionelle Ausbildungsstätten wie Kreisjägerschaften bieten in der Regel Abendkurse an, die bis zu einem Jahr dauern können, allerdings auch sehr praxisnah sind.
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Wie läuft die Ausbildung zum Jagdschein ab, wieviel Aufwand ist dafür notwendig?

In den meisten Bundesländern ist  ein Minimalumfang  an Unterrichtsstunden und an praktischer Schießausbildung gesetzlich vorgeschrieben. In Mecklenburg-Vorpommern sind es beispielsweise 130 Unterrichtsstunden die der Prüfling besucht haben muss, bevor er zur Prüfung zugelassen wird. Der Deutsche Jagdverband empfiehlt ein Minimum von 100 Stunden Theorieausbildung. 
Die Ausbildung findet zum Großteil durch theoretischen Unterricht in der Jagdschule statt, das Schießtraining auf dem Schießstand.
Da Jagen ein praktisches Handwerk ist, ist wichtig, dass auch praktische Einheiten im Lehrplan enthalten sind. Beispielsweise das Bauen von Hochsitzen oder das Aufbrechen von Wild sollte unbedingt auch durch praktische Anwendung erlernt werden. 

Welche Ausbildungsinhalte sind notwendig?

Die Jägerprüfung wird umgangssprachlich auch "Grünes Abitur" genannt- Grund dafür ist der große Umfang der Lehrinhalte. 
Sehr wichtig ist zunächst die Schießausbildung und die Waffenkunde, bei welcher neben der Waffentechnik vor allem rechtliche Aspekte im Fokus stehen, außerdem werden Sicherheitsbestimmungen, Pflege und die richte Aufbewahrung vermittelt.
Darüber hinaus sind für den Jäger fundierte Kenntnisse in folgenden Fächern essentiell:

Allgemeine Wildbiologie: Kenntnisse über die verschiedenen in Deutschland lebenden Tierarten, ihr Lebensraum, Naturschutz und Ökologie. 
Fleischverwertung und Wildkrankheiten: Jäger müssen wissen wie das Wild nach dem Schuss zu verwerten ist und welche Hygienestandards dafür eingehalten werden müssen. Außerdem ist es wichtig Wildkrankheiten erkennen zu können um einerseits ihre Verbreitung eindämmen zu können, andererseits um nur einwandfreies Wildfleisch in den Umlauf zu bringen. 

Hundewesen: Welche Hunde sind für welchen Zweck zu führen und wie werden sie gehalten und erzogen.

Recht: Im Fokus stehen Jagdrecht und Tierschutz. Wo darf gejagt werden und unter welchen Bedingungen?

Zuletzt ist das wichtigste Fach die Jagdpraxis: Jagdschüler lernen welche Jagdarten es gibt, welche Ausrüstung erforderlich ist, wie Wild zu hegen und zu erlegen ist- aber auch wie Gesellschaftsjagden organisiert werden. Außerdem werden jagdliche Traditionen vermittelt- Jagen ist ein sehr altes Handwerk mit einem reichen Spektrum an Bräuchen und Traditionen.
Für viele an der Jagd Interessierte wirkt der Umfang der Lerninhalte zunächst abschreckend - davon sollte man sich jedoch nicht entmutigen lassen. Die Kurse sind so ausgelegt, dass der Stoff verinnerlicht werden kann- und der Stoff bietet eine sehr angenehme Abwechslung vom Alltag.

Ist man nach bestandener Prüfung automatisch Jäger?

Neben der bestandenen Jägerprüfung ist ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis und der Nachweis über eine abgeschlossene Jagdhaftpflichtversichrung erforderlich. Die Jagdhaftpflichtversicherung lässt sich online bei den meisten gängigen Versicherungsanbietern abschließen. Um erforderliche Zuverlässigkeit des Jagdscheinanwärters zu überprüfen, kontrolliert die unter Jagdbehörde das polizeiliche Führungszeugnis, welches sie selbstständig anfordert. Die Dauer des Überprüfungsprozess variiert von Bundesland zu Bundeslan  und kann bis zu 3 Monate dauern. 
Unser Tipp: Jagdschein noch vor bestandener Jägerprüfung beantragen, dann kann der Schein schon kurz nach bestandener Jägerprüfung gelöst werden.

Wozu berechtigt der Jagdschein?

Der Jagdschein berechtigt allgemein zur Ausübung der Jagd, vorausgesetzte eine Jagdgelegenheit ist vorhanden. In Deutschland ist man erst nach Abschluss des dritten vollständigenJagdjahres pachtfähig, daher ist entweder eine Eigenjagd erforderlich oder ein Begehungsschein- erst durch diese Voraussetzung darf man als Jungjäger jagen gehen. Eine andere beliebte Möglichkeit ist die Teilnahme an Gesellschaftsjagden.
Der Jagdschein berechtigt außerdem grundsätzlich zum Besitz von Waffen (wobei hierfür noch eine Waffenbesitzkarte erforderlich wird), als auch diese im Zusammenhang mit der Jagd zu führen. Das kann einerseits in einem Jagdrevier, andererseits auch auf dem Schießstand der Fall sein. 
Die meisten Jagdschulen integrieren in den Kurs des Weiteren die Ausbildung zur "kundigen Person" - eine Zusatzzertifikiat welches befähigt, Wildfleisch zu prüfen und in den Handel zu geben.

Wozu berechtigt der Jagdschein nicht?

Der Jagdschein ist nicht mit dem Waffenschein gleichzusetzen. Ein Waffenschein ermöglicht es dem Inhaber in der Öffentlichkeit eine Waffe zu tragen, zum Beispiel zum Selbstschutz. Dies ist Jägern ausdrücklich verboten!